Das Hochzeitsbudget definieren: Prioritäten setzen & die richtigen Entscheidungen treffen

Das Hochzeitsbudget zu definieren ist gar nicht so einfach, da die Vorstellung zu den einzelnen Kostenpositionen gerade zu Beginn der Planung noch recht vage ist. Da fällt es schwer eine Kostenrechnung zu machen und zumeist fehlt auch schlicht die Erfahrung.  Mit der Recherche und der Anfrage von Dienstleistern wird das Kostenbild nach und nach konkreter. Gleichzeitig steigen die Wünsche und ehe man sich versieht steckt man inmitten von Diskussionen: Sollen wir das Hochzeitsbudget erhöhen? Zählt eine bestimmte Position überhaupt ins Hochzeitsbudget?

Mit diesem Beitrag möchte ich meine Erfahrungen zur Budgetplanung mit euch teilen. Im 2019 habe ich nämlich selbst geheiratet und kann daher auf meine eigenen Erfahrungen zurückgreifen. Ich hoffe, ich kann mit diesem Blogbeitrag  eure Planung ein Stückchen einfacher machen und die ein oder andere Frage aufklären.

Die Definition

Ganz wichtig ist es aus meiner Sicht, bevor die ganze Detailplanung beginnt, sich über eines mit seinem Partner klar zu werden: Was zählt denn eigentlich alles in unser Hochzeitsbudget? Gehört denn eine Position ins Hochzeitsbudget, welche man nach der Hochzeit wieder nutzen kann? Wie sieht es aus mit den Flitterwochen oder mit Dingen, welche man nach der Hochzeit wieder verkaufen möchte? Sollen grosszügige Geschenke von Familienmitgliedern berücksichtigt werden (z.B. die Eltern zahlen das Essen & die Getränke)?

Bei meiner eigenen Hochzeit definierten wir unser Hochzeitsbudget wie folgt: Es zählt alles hinein, was wir uns ohne die Hochzeit nicht geleistet hätten.

Gerade die Ringe oder der Hochzeitsanzug sind Positionen, welche von Brautpaaren häufig nicht ins Hochzeitsbudget gezählt werden. Nach unserer Definition sind diese Positionen ins Hochzeitsbudget zu rechnen.

Disclaimer: Jedes Brautpaar entscheidet selbstverständlich selbst wie es das Hochzeitsbudget definieren möchte. Diskussionen in Blogs oder mit Freunden zum Hochzeitsbudget sind somit aber jedoch niemals einfach vergleichbar. Es sollte immer zuerst gefragt werden wie das Budget definiert wurde.

Uns persönlich war es zum Beispiel wichtig die Kosten nicht zu beschönigen, indem wir sie augenscheinlich gering hielten, sondern sie in einem gesunden Verhältnis zu unseren weiten geplanten Lebensausgaben zu betrachten. Dazu können z.B. Reisen, Familienplanung, Eigenheim etc. zählen.

Einen ersten Budgetrahmen setzen

Als nächstes ist es hilfreich, einen groben Budgetrahmen zu setzen. Möchtet ihr 15k, 20k, 30k, 40k, 50k oder mehr für die Hochzeit ausgeben? Was sagt euer Sparkonto und wie viel wollt oder könnt ihr noch bis zu eurer Hochzeit zur Seite legen? Klar, zu Beginn der Hochzeitsplanung sind all dies nur Zahlen. Doch für eine erste Orientierung und zur späteren Veranschaulichung was man sich leisten möchte, wird diese Zahl sehr hilfreich sein. Sie ist quasi eine erste Zielvorgabe.

Martin und ich legten uns ein Hochzeitsbudget-Ziel von CHF 35k. Dieses überschritten wir schliesslich um CHF 5k. Weitere Details zu unserem Hochzeitsbudget findet ihr weiter unten in diesem Blogbeitrag.

Zur Info: Die Flitterwochen zählten für uns nicht ins Hochzeitsbudget. Geschenke berücksichtigen wir ebenfalls nicht im Hochzeitsbudget.

Prioritäten festlegen

Was ist euch bei eurer Hochzeit besonders wichtig: Was sind für euch grundsätzlich Musts und was sind Nice-to-haves? Diese Frage könnt ihr miteinander an einem gemütlichen Abend mit einem Glas Wein auf der Coach diskutieren. Bei meiner eigenen Hochzeitsplanung hat es mir richtig Spass gemacht, die Prioritäten von meinem Verlobten zu verstehen und sie schliesslich gemeinsam festzulegen. Aber natürlich hatten auch wir unsere Unstimmigkeiten und haben schliesslich auch ein paar Kompromisse finden müssen.

Da die Location mit Essen & Getränken der grösste Kostenpunkt darstellt, empfehle ich diese Entscheidung zuerst zu treffen und sich danach klar über die weiteren Prioritäten zu werden.

Damit ihr versteht wie wir unsere Prioritäten festgelegt haben möchte ich euch einen kurzen Einblick in unsere Planung geben:

Unser ursprünglicher, gemeinsamer Wunsch war es in der Provence zu heiraten. Wir waren im Sommer 2018 in unseren Ferien dort und uns gefiel die Stimmung, die Atmosphäre, der gute Wein und die Gegend unglaublich gut. Nachdem wir die ersten Offerten eingeholt hatten mussten wir uns eingestehen, dass die Kosten doch recht hoch waren und die Planung aufgrund der Distanz und der Sprachbarriere sehr aufwändig werden würde. Zeitlich wäre dies mit unseren Jobs auch nicht wirklich vereinbar gewesen. Da wir selbst ausserdem viel Spass bei der Planung hatten, wollten wir diese selbst übernehmen. Auch stellten wir bei unseren Diskussionen fest, dass es uns besonders wichtig war unsere Familie und all unsere Freunde an unserer Hochzeit dabei zu haben. Aus all diesen Gründen entschieden wir uns schliesslich gegen eine Hochzeit in der Provence und schauten uns in der Gegend um. Beim Locationscouting kamen nur jene in Frage, welche sich mit einem provenzalischen Look kombinieren liess: Wir brachten das Provence-Feeling also ganz einfach zu uns.

Da wir an unserem Hochzeitstag weiterhin möglichst viel Zeit mit unseren Liebsten verbringen wollten stand früh fest, dass es möglichst wenig Anreisezeit geben durfte. Also suchten wir nach Locations, welche den Trauungsort möglichst nah an der Apéro- und Abendlocation hatten.

Ein weiteres wichtiges Kriterium für uns war, dass es eine tolle Schön- und Schlechtwetter-Variante für die freie Trauung geben musste. Wir wollten uns an unserem Hochzeitstag wirklich um nichts Sorgen machen und mit der Situation, egal wie sie werden würde, zufrieden sein. Wie sich herausstellte, liess sich diese Priorität nur mit sehr wenigen Locations vereinbaren. Sie machte damit die Entscheidung aber auch wesentlich einfacher.

Ein weiteres Kriterium war der Wunsch ein Restaurant zu buchen: Hier konnten wir auf ein eingespieltes Team und eine etablierte Küche mit einem erfahrenen Chefkoch zählen. Als Feinschmecker war uns dieses Setup besonders wichtig. Ein Vorteil, der sich daraus ergab: Wir konnten dank des bestehenden Mobiliars die Kosten im Vergleich zu der Catering-Alternative, wofür zumeist noch Miet-Mobiliar für jedes Teller- und Glas-Set anfällt, gering halten.

All diese Prioritäten schränkten die Möglichkeiten immer weiter ein und halfen uns enorm dabei, Entscheidungen zu treffen.

Nachdem wir also verschiedene Locations hatten, welche diese Kriterien erfüllten und uns Online bereits überzeugten, besuchten wir sie vor Ort. Anschliessend wogen wir Leistungen und Kosten gegeneinander ab und fällten unsere Entscheidung.

Mit dem übrigen Hochzeitsbudget priorisierten wir weiter: Was war uns besonders wichtig ist und worauf wollten wir nicht verzichten? Wir machten natürlich auch Kompromisse und strichen gewisse Positionen schliesslich ganz aus der Hochzeitsplanung heraus.

Zuletzt erhöhten wir unser Budget um CHF 5k um unsere Traumhochzeit zu realisieren.

Positionen, die für uns besonders wichtig waren und warum:

  • Individuelle Einladungskarten: Persönlichkeit, Vorfreude & Erwartungen für unsere Traumhochzeit kreieren
  • Die Hochzeitsfotos & ein Hochzeitsalbum: Erinnerungen für die Ewigkeit
  • Der Brautstrauss: Ich liebe Blumen und insbesondere der Brautstrauss ist auf so vielen Fotos zu sehen
  • Eine Band zur Trauung: Besonders viel Emotionalität zu diesem speziellen Moment
  • Der Trauredner: Mein Onkel! (die Traurede hätte niemand besser formulieren können als er; ich bekomme jetzt noch Gänsehaut, so schön war es…)
  • Eine Hochzeitstorte aus Käse: Vorliebe & Persönlichkeit
  • Der Hochzeitstanz: Selbst einstudiert (wir haben viele Abende lang geübt…)
  • Ein DJ am Abend: Für die entsprechende Stimmung und eine Party, die noch lang in Erinnerung bleibt
  • Eine Dekorateurin sowie Hair & Make-up im Hotelzimmer: Wir wollten uns am Hochzeitstag um nichts kümmern müssen
  • Mietmobiliar: Es sollte eine besonders detailverliebte Hochzeit werden 
  • Ein weisses Brautkleid & ein massgeschneiderter Anzug: Einmal im Leben, das muss sein…
  • Photobooth & Gästebuch: Selbstgemachte Erinnerungen sowie Unterhaltung der Gäste

Positionen, auf die wir verzichtet haben, da sie uns nicht so wichtig waren:

  • Ein Oldtimer und Autoschmuck
  • Klassische Gastgeschenke
  • Ein Hochzeitsvideo
  • Teure Brautschuhe
  • Organisierter Transport der Gäste
  • Cocktails (nur auf Selbstbezahlung)
  • Tauben, Luftballons und co.
  • Ein eindrucksvolles Getting Ready Zimmer

Kompromisse, die wir machten und welche für uns die absolut richtige Entscheidung waren:

  • Eine eher einfache Dekoration mit vereinzelt arrangierten Rosenblüten, Kerzen und vielen Olivenzweigen zum Bankett: Auch einfach kann wunderschön sein. Der absolute Hingucker war dafür mein Brautstrauss 
  • Eher einfache und schlichte Eheringe ohne Diamanten. Mein Verlobungsring hat bereits einen grossen Diamanten und da ich die Ringe zusammen trage war diese Entscheidung so perfekt für mich
  • Wir stellten zwei GoPros während der Zeremonie auf, welche wir für unseren Tag mieteten. Unsere Gäste filmten mit den GoPros ausserdem kleine Videosequenzen über den ganzen Tag hindurch
  • Mein Vater und ich fuhren in einem schicken, silberfarbenen Taxi zum Trauungsort 
  • Wir planten ausreichend Käse für unsere Käselaib-Torte ein. So hatten wir genug übrig, damit unsere Gäste Käse mit auf den Heimweg nehmen konnten. Diese freuten sich riesig über dieses besondere Gastgeschenk

Das Budget

Jetzt habe ich lange über Prioritäten und jene an meinem eigenen Hochzeitstag gesprochen. Selbstverständlich sind die Prioritäten bei jedem Brautpaar anders und entsprechend individuell abhängig vom vorhandenen Budget, sowie den eigenen Vorstellungen und Wünschen.

Was euch nun sicherlich brennend interessiert: Wie hat sich unser Budget schliesslich genau zusammengesetzt?

Unser Budget als Beispiel möchte ich euch nun natürlich nicht vorenthalten. Wir hatten insgesamt 78 Gäste, darunter 11 Kinder. Die aufgeführten Kosten sind in CHF angegeben. Der Einfachheit halber habe ich grob gerundet und vom Preis absteigend sortiert:

15’000 Essen & Getränke
5’000 Fotograf (12 Stunden, inkl. Fahrtkosten & Übernachtung)
2’700 Kleidung Bräutigam inkl. Accessoires & Schuhe
2’500 Kleidung Braut inkl. Accessoires & Schuhe
2’300 Dekorateurin (inkl. Dekoration, Blumen und Auf-/Abbau vor Ort)
1’850 Hochzeitsalbum & Prints für Dankeskarten
1’600 Band Trauung & Apéro (3 Personen, 1.5 Stunden)
1’500 Einladungskarten & Dankeskarten Druck
1’500 DJ am Abend (1 Person, 8 Stunden)
1’200 Mietmobiliar (Stühle, weisse Schirme)
800 Brautstrauss, Anstecknadel Bräutigam, Trauzeuge & Ringträger,
Brautjungfern-Armbänder
900 Unsere Eheringe
750 Geschenke (Dankeschön für Trauredner & Trauzeugen)
500 Käsetorte
500 Trauungslocation
500 Hair & Make up (inkl. Probetermin)
400 Fotobox inkl. Drucker mit Prints
200 DIY Candybar
200 Diverse Utensilien (Gästebuch, Stifte, Wachssiegel, etc.)
100 Transport Taxi

TOTAL: CHF 40’000

5 Tipps zum Schluss

Zum Schluss möchte ich euch noch 5 Tipps mit auf den Weg geben, welche ich persönlich verfolgt habe und die ich euch sehr empfehlen kann:

Tipp 1: Erstellt eine Online-Wunschliste, damit eure Gäste eure Wünsche möglichst genau kennen und ihr keine Geschenke erhaltet, mit denen ihr nichts anfangen könnt. Wir haben uns so zum Beispiel das Fotobuch und die Flitterwochen schenken lassen.

Tipp 2: Wählt – sofern möglich – Dinge aus, welche ihr auch nach der Hochzeit verwenden könnt und woran ihr noch lange eine Freude habt (darunter z.B. Ohrringe, Schuhe, Anzug, etc.)

Tipp 3: Dank Mietmobiliar (haben wir bei unserer Dekorateurin bezogen) konnten wir uns viele Wünsche erfüllen. Mieten ist günstiger als kaufen und nach der Hochzeit mussten wir uns so auch keine Gedanken zum Verkaufen von Utensilien machen, welche gebraucht ohnehin leider kaum noch Wert haben.

Tipp 4: Es braucht meist weniger als man denkt. Ein ausgewogener Mix aus Unterhaltung, Emotionalität und Persönlichkeit ist der Schlüssel für eine wunderschöne Hochzeit.

Tipp 5: Versucht das am Anfang gesetzte Budgetziel einzuhalten und führt alle Kosten, welche nach eurer Definition ins Hochzeitsbudget gehören, sauber auf. Wenn ihr das Budget überschreitet, so überlegt euch, ob ihr die zusätzlichen Kosten wirklich tragen möchtet. Passt allenfalls eure Prioritäten an. So habt ihr immer die Kontrolle über euer Hochzeitsbudget.

Fazit

Ich hoffe sehr, ich konnte euch mit diesem Blogbeitrag ein paar hilfreiche Tipps für die Budgetplanung an die Hand geben. Wie geht es euch mit der Budgetplanung: Fällt euch diese leicht oder schwer? Was sind eure Tipps? Teilt eure Erfahrungen und Inputs sehr gerne in den Kommentaren! 

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