08 · 04 · 2020

Das Hochzeitsbudget definieren: Prioritäten setzen & die richtigen Entscheidungen treffen

Das Budget für die eigene Hochzeit zu definieren ist gar nicht so einfach, da die Vorstellung zu den einzelnen Kostenpositionen gerade zu Beginn der Planung noch recht vage ist und schlicht die Erfahrung fehlt. Mit der Recherche und der Anfrage von Dienstleistern wird das Bild nach und nach konkreter. Gleichzeitig steigen die Wünsche und ehe man sich versieht steckt man inmitten von Diskussionen, ob das Budget auszudehnen ist oder ob die jeweilige Position überhaupt ins Hochzeitsbudget zählt oder nicht. Ihr wisst sicher, was ich meine :). Viele, emotionale Entscheidungen also, die an den Nerven zehren und auch die Beziehung auf die Probe stellen können.

Mit diesem Beitrag möchte ich meine Erfahrungen zur Budgetplanung mit dir teilen und dir die Planung möglichst einfach machen. 

Die Definition

Ganz wichtig ist es aus meiner Sicht, bevor die ganze Detailplanung beginnt, sich darüber im Klaren zu werden, was denn alles ins Hochzeitsbudget zählt: Gehört eine Position ins Hochzeitsbudget, welche man nach der Hochzeit wieder nutzen kann? Wie sieht es aus mit den Flitterwochen oder mit Dingen, welche man nach der Hochzeit verkaufen will? Sollen grosszügige Geschenke von Familienmitgliedern berücksichtigt werden (z.B. die Eltern zahlen das Essen & die Getränke)?

Martin und ich definierten unser Hochzeitsbudget wie folgt: Es zählt alles hinein, was wir uns ohne die Hochzeit nicht geleistet hätten. Auch gehört somit ins Hochzeitsbudget, was wir auch nach der Hochzeit noch nutzen werden.

Gerade die Ringe oder der Hochzeitsanzug sind Positionen, welche von Brautpaaren häufig nicht ins Hochzeitsbudget gerechnet werden. Nach unserer Definition sind diese Positionen ins Hochzeitsbudget zu rechnen.

Uns war es grundsätzlich wichtig die Kosten nicht zu beschönigen, indem wir sie augenscheinlich gering hielten, sondern sie in einem gesunden Verhältnis zu unseren weiten geplanten Lebensausgaben zu betrachten. Dazu können z.B. Reisen, Familienplanung, Eigenheim etc. zählen.

Einen ersten Budgetrahmen setzen

Als nächstes ist es hilfreich, einen groben Budgetrahmen zu setzen. Möchtet ihr 15k, 20k, 30k, 40k, 50k oder mehr für die Hochzeit ausgeben? Was sagt euer Sparkonto und wie viel wollt oder könnt ihr noch bis zu eurer Hochzeit zur Seite legen? Klar, zu Beginn der Hochzeitsplanung sind all dies nur Zahlen. Doch für eine erste Orientierung und zur späteren Veranschaulichung was man sich leisten möchte, wird diese Zahl sehr hilfreich sein. Sie ist quasi eine Zielvorgabe.

Martin und ich legten uns ein Hochzeitsbudget-Ziel von CHF 35’000. Dieses überschritten wir schliesslich um CHF 5’000. Weitere Details findest du weiter unten in diesem Blogbeitrag.

Zur Info: Die Flitterwochen zählten für uns nicht ins Hochzeitsbudget. Geschenke berücksichtigen wir ebenfalls nicht im Hochzeitsbudget.

Prioritäten festlegen

Was ist euch bei eurer Hochzeit besonders wichtig? Was sind Musts und was sind Nice to Haves? Diese Frage könnt ihr miteinander an einem gemütlichen Abend mit einem Glas Wein auf der Coach diskutieren. Martin und mir hat es richtig Spass gemacht, die Prioritäten vom jeweils anderen herauszufinden und zu verstehen. Aber natürlich hatten auch wir unsere Unstimmigkeiten und haben schliesslich die Prioritäten gemeinsam festgelegt.

Da die Location mit Essen & Getränken der grösste Kostenpunkt darstellt, empfehle ich diese Entscheidung zuerst zu fällen und sich danach klar über die weiteren Prioritäten zu werden.

Ich möchte euch daher zunächst unsere Geschichte erzählen:

Unser ursprünglicher, gemeinsamer Wunsch war es in der Provence zu heiraten. Wir waren im Sommer 2018 in unseren Ferien dort und uns gefiel die Stimmung, die Atmosphäre, der gute Wein und die Gegend unglaublich gut. Nachdem wir die ersten Offerten eingeholt hatten mussten wir uns eingestehen, dass die Kosten doch recht hoch waren und die Planung aufgrund der Distanz sehr aufwändig werden würde. Warum wir uns aber schliesslich dagegen entschieden: Wir wollten, dass unsere Familie und all unsere Freunde an unserer Hochzeit dabei sein konnten! Dies wurde daher unsere wichtigste Priorität.

Da wir an unserem Hochzeitstag weiterhin möglichst viel Zeit mit unseren Liebsten verbringen wollten stand früh fest, dass es möglichst wenig Anreisezeit geben durfte (zweite Priorität). Also suchten wir nach Locations, welche den Trauungsort möglichst nah an der Apéro- und Abendlocation hatten.

Ein weiteres wichtiges Kriterium für uns war, dass es eine tolle Schön- und Schlechtwetter-Variante für die freie Trauung geben musste (dritte Priorität). Wir wollten uns an unserem Hochzeitstag wirklich um nichts Sorgen machen und mit der Situation, egal wie sie werden würde, zufrieden sein.

Ein weiteres Kriterium war der Wunsch ein Restaurant zu buchen: Hier konnten wir auf ein eingespieltes Team und eine etablierte Küche mit einem erfahrenen Chefkoch zählen (vierte Priorität). Als Feinschmecker war uns dieses Setup besonders wichtig. Ein Vorteil, der sich daraus ergab: Wir konnten dank des bestehenden Mobiliars die Kosten im Vergleich zu der Catering-Alternative, wofür zumeist noch Miet-Mobiliar für jedes Teller- und Glas-Set anfällt, gering halten.

Diese Prioritäten schränkten die Möglichkeiten ein und halfen uns enorm dabei, Entscheidungen zu treffen.

Sobald wir auf dieser Basis diverse Locations ausgesucht hatten, wogen wir Leistungen und Kosten gegeneinander ab und fällten unsere Entscheidung.

Mit dem übrigen Hochzeitsbudget priorisierten wir weiter: Was war uns besonders wichtig ist und worauf wollten wir nicht verzichten? Wir machten natürlich auch Kompromisse und strichen gewisse Posten aus der Hochzeitsplanung heraus.

Schlussendlich erhöhten wir unser Budget um CHF 5’000, um unsere Traumhochzeit zu realisieren.

Weitere Positionen, die für uns besonders wichtig waren und warum:

  • Individuelle Einladungskarten: Persönlichkeit, Vorfreude & Erwartungen für unsere Traumhochzeit kreieren
  • Die Hochzeitsfotos & ein Hochzeitsalbum: Erinnerungen für die Ewigkeit
  • Der Brautstrauss: Ich liebe Blumen und diese sind auf vielen Fotos zu sehen
  • Eine Band zur Trauung: Besondere Emotionalität in diesem speziellen Moment
  • Der Trauredner: Mein Onkel! (die Traurede hätte niemand besser formulieren können als er; ich bekomme jetzt noch Gänsehaut, so schön war es…)
  • Eine Hochzeitstorte aus Käse: Vorliebe & Persönlichkeit
  • Der Hochzeitstanz: Selbst einstudiert (wir haben viele Abende lang geübt…)
  • Ein DJ am Abend: Für die entsprechende Stimmung
  • Eine Dekorateurin sowie Hair & Make-up im Hotelzimmer: Wir wollten uns am Hochzeitstag um nichts kümmern müssen
  • Das Brautkleid & ein massgeschneiderter Anzug: Einmal im Leben, das muss sein…
  • Photobooth & Gästebuch: Selbstgemachte Erinnerungen sowie Unterhaltung der Gäste

Positionen, auf die wir verzichtet haben, da sie uns nicht so wichtig waren:

  • Ein Oldtimer und Autoschmuck
  • Klassische Gastgeschenke
  • Ein Hochzeitsvideo
  • Teure Brautschuhe
  • Organisierter Transport der Gäste
  • Cocktails (nur auf Selbstbezahlung)
  • Tauben, Luftballons und co.

Kompromisse, die wir machten und welche für uns die absolut richtige Entscheidung waren:

  • Eine eher einfache Dekoration mit Kerzen und vielen Olivenzweigen. Auch einfach kann wunderschön sein :). Der absolute Hingucker war ja ohnehin mein Brautstrauss
  • Wir stellten zwei GoPros während der Zeremonie auf. Unsere Gäste filmten damit ausserdem kleine Videosequenzen über den ganzen Tag hindurch
  • Mein Vater und ich fuhren in einem silberfarbenen Taxi zum Trauungsort 
  • Wir planten mit ausreichend Käse von unserer Käselaib-Torte für unsere Gäste zum Mitnehmen. Diese freuten sich riesig über dieses “Gastgeschenk”

Das Budget

Nun habe ich lange über Prioritäten und jene an meinem eigenen Hochzeitstag gesprochen. Selbstverständlich sind die Prioritäten bei jedem Brautpaar anders und entsprechend individuell abhängig vom vorhandenen Budget, sowie Vorstellungen und Wünschen.

Was euch sicherlich brennend interessiert ist: Wie hat sich unser Budget schliesslich genau zusammengesetzt? Dieses Beispiel möchte ich euch nun natürlich nicht vorenthalten. Wir hatten total 78 Gäste, darunter 11 Kinder. Die aufgeführten Kosten sind in CHF angegeben. Der Einfachheit halber habe ich grob gerundet und vom Preis absteigend sortiert:

15’000 Essen & Getränke
5’000 Fotograf (12 Stunden, inkl. Fahrtkosten & Übernachtung)
2’700 Kleidung Bräutigam inkl. Accessoires & Schuhe
2’500 Kleidung Braut inkl. Accessoires & Schuhe
2’300 Dekorateurin (inkl. Dekoration & Blumen)
1’850 Hochzeitsalbum & Prints für Dankeskarten
1’600 Band (3 Personen, 1.5 Stunden)
1’500 Einladungskarten & Dankeskarten Druck
1’500 DJ (1 Person, 8 Stunden)
1’200 Mietmobiliar (Provence-Stühle, weisse Schirme)
800 Brautstrauss, Anstecknadel Bräutigam, Trauzeuge & Ringträger,
Brautjungfern-Armbänder
900 Ringe
750 Geschenke (Dankeschön für Trauredner & Trauzeugen)
500 Käsetorte
500 Trauungslocation
500 Hair & Make up (inkl. Probetermin)
400 Fotobox inkl. Drucker mit Prints
200 Candybar
200 Diverse Utensilien (Gästebuch, Stifte, Wachssiegel, etc.)
100 Transport Taxi

TOTAL: CHF 40’000

5 Tipps zum Schluss

Zum Schluss möchte ich euch noch 5 Tipps mit auf den Weg geben, welche ich persönlich verfolgt habe und die ich euch sehr empfehlen kann:

Tipp 1: Erstellt eine Online-Wunschliste, damit eure Gäste eure Wünsche möglichst genau kennen und ihr keine Geschenke erhaltet, mit denen ihr nichts anfangen könnt. Wir haben uns damit zum Beispiel das Fotobuch und die Flitterwochen schenken lassen.

Tipp 2: Wählt – sofern möglich – Dinge aus, welche ihr auch nach der Hochzeit verwenden könnt und woran ihr noch lange eine Freude habt (z.B. Ohrringe, Schuhe, Anzug, etc.)

Tipp 3: Dank Mietmobiliar (haben wir bei unserer Dekorateurin bezogen) konnten wir uns viele Wünsche erfüllen. Mieten ist grundsätzlich günstiger als kaufen und nach der Hochzeit mussten wir uns so auch keine Gedanken zum Verkaufen von Utensilien machen, welche gebraucht ohnehin kaum noch Wert haben.

Tipp 4: Es braucht meist weniger als man denkt. Ein ausgewogener Mix aus Unterhaltung, Emotionalität und Persönlichkeit ist der Schlüssel für eine wunderschöne Hochzeit.

Tipp 5: Versucht das am Anfang gesetzte Budgetziel einzuhalten und führt alle Kosten, welche nach eurer Definition ins Hochzeitsbudget gehören, sauber auf. Wenn ihr das Budget überschreitet, so überlegt euch, ob ihr die zusätzlichen Kosten wirklich tragen möchtet oder könnt und passt allenfalls eure Prioritäten an. So habt ihr immer die Budgetkontrolle!

Fazit

Ich hoffe sehr, ich konnte euch mit diesem Blogbeitrag ein paar hilfreiche Tipps für die Budgetplanung an die Hand geben. Wie geht es euch mit der Budgetplanung: Fällt euch diese leicht oder schwer? Was sind eure Tipps? Teilt eure Erfahrungen und Inputs sehr gerne in den Kommentaren! 

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